Nach der Finanzkrise = Vor dem Staatsbankrott
Freitag, den 9. April 2010Bereits seit über einem Jahr ist in Finanzkreisen vom möglichen griechischen Staatsbankrott die Rede. Bevor Sie, werte Leserinnen und Leser, auf die entsprechenden diesbezüglichen Dementis aus Athen, EU-Brüssel und Berlin vertrauen, habe ich eine kleine Geschichtsfrage für Sie: Hat jemals eine Regierung vorab das Risiko einer drohende Pleite bestätigt oder gar den kommenden Bankrott rechtzeitig angekündigt? Mir jedenfalls ist kein solcher Fall bekannt.Leider herrschen auch in unserer Finanzpolitik „griechische Verhältnisse“, nur das wir auf der Zeitachse ein wenig hinterher hinken. Aber wir geben uns Mühe, aufzuholen: Aktuell wachsen die deutschen Staatsschulden in jeder SEKUNDE um weitere +4.500 Euro. Allein während der vermuteten knapp zwei Minuten, die Sie zum Überfliegen dieser Zeilen benötigen, kommt so eine weitere halbe Million Euro hinzu. Unsere angeblich - im Vergleich zu den Hellenen - so solide Finanzpolitik hält dieses Tempo rund um die Uhr durch: Von einem „Guten Morgen“ zum nächsten vergrößert sich der deutsche Schuldensumpf um 387 Millionen Euro.
Im Vergleich zu den noch nicht bilanzierten aber bereits eingegangenen Zahlungsverpflichtungen aus unserem Pensions- und Rentensystem sind diese offenen Schulden ein Klacks. Leider stehen wir inzwischen unmittelbar vor der seit Jahrzehnten prognostizierten, demographischen Wende. Beim ganzen Geldausgeben haben wir die hierfür notwendige, finanzielle Vorsorge irgendwie verschwitzt. Daher werden die Belastungen unseren ohnehin fragilen Staatshaushalt in den kommenden Jahren mit voller Wucht treffen. Ich hege erhebliche Zweifel, ob er diesem Aufprall wird standhalten können. Goldinvestoren, die sich seit meiner Kaufempfehlung (Kolumne in den Hohenwestedter Nachrichten vom 3.9.08) über ein schönes Plus von +58% freuen können, scheinen ähnliche Sorgen umzutreiben. Da unser ungedecktes Währungssystem allein auf Vertrauen basiert ist die Frage berechtigt, was von ihm übrig bleibt, wenn das Vertrauen entschwindet. Voltaire bemerkte spitz, dass “Papiergeld früher oder später immer zu seinem inneren Wert zurückkehrt: Null!”.
Mein Kollege Gerd Ewert und ich schreiben bereits seit Jahren über das wachsende Risiko eines Staatsbankrottes. Wie Sie derzeit am Bsp. Griechenlands erahnen können, hat das Thema an Brisanz und Dynamik gewonnen. Aus diesem Grund verzichten wir bei unserem Vortrag an unserem Heimatstandort im Gründerzentrum Hohenwestedt am Donnerstag, 22. April 2010 um 18:30 Uhr (Einlass ab 18:15 Uhr) ganz bewusst auf ein Eintrittsgeld. Jeder Interessent ist herzlich eingeladen, dabei zu sein und mit uns zu diskutieren. Allerdings bitten wir um rechtzeitige Voranmeldung unter Tel. (04871) 7617 – 102 bzw. per eMail info@HaaseundEwert.de
Herzliche Grüße
Ihr Daniel Haase